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CARRIE
MEIN KLEID WAR am Oberteil eng anliegend und fiel in einer dramatischen Schleppe zu Boden. Der Stoff war zarter Krepp und der Rücken tief ausgeschnitten, mit einer Kette aus Süßwasserperlen, die entlang meiner Wirbelsäule verlief. Als ich es zum ersten Mal anzog, hatte Tante Jackie geweint und dann mit den Händen in die Richtung der anderen gewinkt, als wäre es unsere Schuld, dass sie so emotional war. Was es wohl auch war.
Onkel Greg sah mich Monate später, als ich schließlich die Hochzeitssuite verließ und mich auf den Weg zum Ballsaal des Hotels machte, wo die Zeremonie stattfinden würde.
Seine Augen füllten sich genauso mit Tränen wie Jackies und der toughe Mann konnte sich nicht zurückhalten und drückte mich fest an sich, bis Tante Jackie schrie, er solle meine Frisur nicht ruinieren.
„Du siehst wunderschön aus“, sagte er mit rauer Stimme.
Ich lächelte. „Danke, dass du hier bist und das für mich machst.“
„Sei nicht albern“, sagte er und streckte mir seinen Ellbogen entgegen.
Ich holte tief Luft und hakte mich bei ihm ein. Vor uns begann Evie den Gang zum Altar. Sie trug die Eheringe, die bald die Verbindung zwischen Cole und mir besiegeln würden. Julie und Hailey folgten, begleitet von Coles Trauzeugen, seinem Freund Rome und seinem Vater Chuck.
Jackie ging allein vor uns her und dann drückte Onkel Greg meinen Arm und zwinkerte mir zu.
Mein Herz raste so schnell, dass ich dachte, ich würde auf halbem Weg zum Altar ohnmächtig werden. Aber ich hatte keine andere Wahl, als den ersten Schritt zu machen und um die Ecke zu biegen, und den Ballsaal zu betreten.
In diesem Moment wusste ich, dass Magie wirklich existiert. Sie war überall in diesem Raum, in den Stoffbahnen und den Blumensträußen auf jeder Sitzreihe. Sie war in die Lichter eingewoben, die am Ende des Ganges funkelten, und sie schwebte um die Schultern meines zukünftigen Mannes.
Es musste Magie sein, denn wie sonst könnte ich erklären, dass ich in eine andere Welt versetzt worden war? Wie könnte ich die Freude, die mich durchströmte, in Worte fassen, außer sie als etwas Übernatürliches zu bezeichnen?
Als ich den Altar schließlich erreichte, weinte ich. Onkel Greg legte seine Hände auf meine Schultern, drückte mir einen Kuss auf meine feuchte Wange, nahm dann meine Hand und wandte sich an Cole.
„Pass gut auf Carrie für uns auf, mein Sohn“, sagte er. „Sie ist meine dritte Tochter und verdient nur das Beste.“
„Onkel Greg“, tadelte ich ihn, und es kam mit einem Schluckauf heraus.
„Ich werde dem mein Leben widmen“, versprach Cole, und Greg legte meine Hand in seine ausgestreckte Handfläche. In dem Moment, als ich meine Finger um die Handfläche meines zukünftigen Ehemannes schloss, überkam mich ein Gefühl des Friedens. Meine Unterlippe zitterte immer noch und die Welt war verschwommen, als ich versuchte, durch meine Tränen zu blinzeln, aber ich wusste, dass dies richtig war.
Das war genau der Ort, an dem ich sein sollte.
„Du siehst umwerfend aus“, flüsterte Cole.
„Ich ruiniere mein Make-up“, flüsterte ich zurück.
Er lachte leise, zog dann ein seidenes Einstecktuch heraus und tupfte mein Gesicht damit ab. In der Ferne hörte ich das Publikum Ohhh sagen.
Evie stand neben Cole und trat vor, um ihre Arme um meine Taille zu legen. Das brachte mich wieder zum Weinen, und als ich mich schließlich gefasst hatte, war Coles Einstecktuch völlig durchnässt.
Dann heiratete ich, mit meinen Händen in seinen, den Mann meiner Träume. Es war ein Moment, den ich nie vergessen werde – ein Gefühl der Richtigkeit, der unglaublichen Liebe. Es fühlte sich an, als würde ich nach einer langen Reise durch die Haustür meines Hauses treten. Als wäre ich nach all dieser Zeit endlich wieder dort angekommen, wo ich hingehörte.
Als Cole mich zu unserem ersten Tanz in die Arme nahm, beugte er sich zu meinem Ohr und flüsterte: „Du bist zu mir zurückgekommen.“
Ich lehnte mich zurück und schlang meine Arme um seine Schultern. „Hast du gedacht, das würde ich nicht?“
„Als du gesagt hast, du möchtest es langsam angehen, habe ich mir Sorgen gemacht.“
Ich lächelte sanft. „Ich bin hier, Cole. Und ich werde nirgendwo hingehen.“
Er lehnte seine Stirn an meine, seufzte tief und zog mich enger an sich, während wir uns zur Musik wiegten. „Ich liebe dich“, sagte er zu mir.
„Ich werde nie genug davon bekommen, das zu hören“, gab ich zu.
Er lächelte breit und ein wenig neckisch. „Gut, denn ich werde nie genug davon bekommen, es zu sagen. Ich liebe dich, Carrie.“
„Und ich liebe dich, Cole.
Wir tanzten, aßen und tranken. Ich schaute zu, wie Onkel Greg die tief schlafende Evie in seine Arme hob, um sie in ihre Suite zu tragen, wo sie die Nacht über auf sie aufpassen würden. Ich lachte mit Julie und Hailey und machte Fotos mit allen, die gekommen waren, um unseren besonderen Tag zu feiern. Die Gäste, die Cole eingeladen hatte, blendeten mich ein wenig – die schöne Layla mit dem umwerfenden, einschüchternden Leif; die quirlige Penny mit ihrem grüblerischen Marcus; Rome mit der verführerischen Nikki; Dani mit Emil, der sie ansah, als wäre sie ein wahres Wunder; und Bonnie mit dem silberblonden Arlo. Sie alle waren wunderschön, reich und einschüchternd, aber sie gratulierten mir herzlich und sprachen voller Lob über Cole. Am Ende des Abends hatte ich das Gefühl, zehn neue Freunde gewonnen zu haben.
Ich war gerade dabei, mit Nikki über die Feinheiten meines Kleides zu diskutieren, als Cole neben mir auftauchte und seinen Arm um meine Taille legte.
„Oh-oh“, sagte Nikki grinsend, „sieht so aus, als müssten wir uns ein anderes Mal über die Unterschiede zwischen Krepp und Organza unterhalten. Dieser Mann scheint dich zu brauchen.“
„Unbedingt“, sagte Cole und Nikki lachte.
Sie gratulierte uns noch einmal und suchte dann ihren eigenen Mann an einem Tisch in der Nähe. Ich drehte mich in Coles Armen um, schaute in seine dunklen Augen und hob eine Augenbraue.
„Ja?“, fragte ich.
„Das war gerade kein Scherz“, sagte er. „Ich brauche dich wirklich unbedingt.“
Ich biss mir auf die Lippe und ließ mich von ihm durch den Saal ziehen, während ich mich über die Schulter hinweg bei Leuten verabschiedete. Wir würden sie alle am nächsten Morgen beim Brunch wiedersehen, den wir organisiert hatten, also machte ich mir keine allzu großen Sorgen, dass ich wie eine schlechte Gastgeberin erscheinen würde.
Außerdem brauchte mein Mann mich.
Der Sprint durch den Hotelflur fühlte sich verboten und aufregend an. Als wir den Aufzug erreichten und darauf warteten, dass sich die Türen öffneten, warf ich Cole einen Blick zu.
„Erinnert dich das an etwas?“, fragte ich mit glühenden Wangen.
Er strich mit dem Daumen langsam über meine Wirbelsäule. „Genau wie bei unserem ersten Treffen“, sagte er.
In diesem Moment kam der Aufzug an und er zog mich hinein. Die Türen hatten sich noch nicht einmal geschlossen, da presste Cole mich schon gegen die Wand, drückte seine Lippen auf meinen Hals und fummelte mit den Händen an den Knöpfen meines Kleides herum.
Ich lachte, zog an seinem Kragen und kämpfte mit den Knöpfen seines Hemdes. Mein Blut rauschte durch meine Adern. Mir war schwindlig und ich war euphorisch und ich war so, so verliebt. Ich küsste Cole und versuchte, ihm die Tiefe meiner Gefühle zu vermitteln. Als der Aufzug anhielt, löste ich mich von ihm, nur um über den Lippenstift zu lachen, den ich über seinen ganzen Mund verschmiert hatte.
„Du siehst fürchterlich aus“, sagte ich zu ihm und versuchte, den größten Teil des rosa Lippenstifts von seinen Lippen zu wischen.
Er lächelte mich an, jungenhaft und ausgelassen, und ich verliebte mich in diesem Moment noch ein bisschen mehr in ihn.
Wir stürmten durch die Tür in unsere Suite. Später – viel später – würde ich mir die Zeit nehmen, zu bewundern, was für ein wunderschönes Zimmer Cole für uns gebucht hatte. Ich würde die Rosenblätter und die mit Schokolade überzogenen Erdbeeren und den Champagner sehen, die für uns bereitstanden, damit wir sie in unserer Hochzeitsnacht genießen konnten.
Aber das war später. Im Moment sah ich nur das gefährliche Funkeln in Coles Augen und die Art, wie das Licht auf seinem dunklen Haar reflektiert wurde. Alles, was zählte, war, ihm so schnell wie möglich die Kleidung auszuziehen – und mein Kleid loszuwerden, damit ich ihm zeigen konnte, wie sündhaft teure Dessous aussahen.
Als er sie sah, stieß er ein zufriedenes Grunzen aus – und dann landeten die Dessous zusammen mit dem Rest unserer Kleidung auf einem Häufchen auf dem Boden.
Die. Beste. Hochzeitsnacht. Überhaupt.
